Deine Stillgeschichte | Wenn einem nach der Geburt das Stillen verwehrt bleibt


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Heute erzählt Sara ihre persönliche Stillgeschichte. Aber lest selbst:

 

Deine Stillgeschichte | Wenn einem nach der Geburt das Stillen verwehrt bleibt

Ich heiße Sara, bin 30 Jahre alt und lebe mit meinem fast Ehemann (wir heiraten noch dieses Jahr an unserem 9. Jahrestag) und unserem Sohn Jasper in Rheinland-Pfalz.

Die perfekte Schwangerschaft bis kurz vor dem Entbindungstermin

Kurz vor Weihnachten im letzten Jahr war mein Schwangerschaftstest positiv. Das ist jetzt schon ein Jahr her, Wahnsinn!
Von Anfang an hatte ich die Einstellung zum Thema stillen… Wenn’s klappt, will ich stillen. Nicht mehr und nicht weniger.
Erst im Laufe der Schwangerschaft setzte ich mich näher mit dem Thema auseinander. Redete mit Freundinnen darüber, las im Internet Berichte usw.
Von da an stand dann mehr und mehr für mich fest, dass ich es auf jeden Fall tun möchte und die Flasche nur im worst case zum Einsatz kommen sollte. Denn auch ich wollte natürlich nur das Beste für mein Baby. Umso irritierter war ich natürlich darüber, dass 6 von 10 Mamis aus unserem Geburtsvorbereitungskurs sich von vorne herein gegen das Stillen aussprachen, meist mit dem Argument unabhängig sein zu wollen. Nach wie vor irgendwie seltsam und nicht nachvollziehbar für mich.

Ich hatte eine tolle und unkomplizierte Schwangerschaft, bis 14 Tage vor Entbindungstermin. Da bekam ich plötzlich eine Schwangerschaftsdermatose. Eine allergische Reaktion auf die Schwangerschaft so gesehen. Die Leber und die Galle spielen verrückt und der Körper ist voller, feuerroter extrem juckender Flecken und Pusteln. Wäre das Jucken nicht gewesen, wäre alles halb so wild gewesen. Meine Frauenärztin meinte, dass es nur mit dem Ende der Ss verschwinden würde und mein Hautarzt gab mir eine Lotion zur Linderung des Juckreizes, die leider nicht half. Bei Entbindungstermin +1 wurde aufgrund dessen dann auch eingeleitet.

 

Wenn einem nach der Geburt das Stillen verwehrt bleibt

Jasper kam dann also im August nach einem 13 Stunden Tag im Kreißsaal, schließlich doch per Kaiserschnitt (er hatte zarte 4420g hahaha) zur Welt und mein Freund verbrachte die erste Stunde mit ihm. Das Stillen klappte wirklich gut die ersten Tage. Dann wurde alles ziemlich kompliziert. Die Dermatose wollte nicht weg gehen. Anhaltender Juckreiz und die Flecken blieben. Nervlich ging es mir nicht besonders gut, Jasper trank auf einmal schlechter, er schlief ständig ein an der Brust, nuckelt mir die Brustwarzen blutig usw. Ich suchte wieder meinen Hautarzt auf, der mir erklärte, dass wir die Dermatose dann wohl nur mit einer hochdosierten Cortisontherapie in den Griff bekommen würden. Würde aber bedeuten, dass ich abstillen müsse. Ich war geschockt! Ich beriet mich lange mit meiner Frauenärztin und meiner Hebamme. Wir wir kamen zu dem Entschluss, die Milch weiterhin aufrecht zu erhalten indem ich pumpe und sie dann weg schütte, bis die Therapie durch ist (angesetzt waren drei Wochen) und wir probieren dann, Jasper zurück an die Brust zu führen. In dieser Zeit sollte ich Pre Nahrung füttern. Ich hatte kein Gutes Gefühl dabei, war nervlich aber so am Ende (solche Entscheidungen im Wochenbett zu treffen werfen einen echt total aus der Bahn), sodass ich bereit war darauf einzugehen, denn abstillen kam für mich nicht in Frage. Ich gab meinem Hautarzt also das „go“ für die Therapie.

Und dann kam mein Freund ins Spiel. Er hörte vorher immer nur zu, unterstützte mich wo es nur ging aber dann meinte er auf einmal, ob ich nicht doch noch ein paar Tage, vielleicht noch übers Wochenende, warten möchte, die Geburt sei schließlich erst 10 Tage her und der Körper wäre vielleicht einfach nicht so schnell.
Ich bin ihm so dankbar, dass er den Mund aufgemacht hat! Ich ließ mich darauf ein und wartete und nach 4 Tagen begannen die Flecken tatsächlich kleiner zu werden, der Juckreiz ließ, wenn auch nur minimal, nach. Ich fing erst mal an zu heulen, weil die ganze Last plötzlich von mir ab fiel.

 

Die Rettung: ein Besuch um Osteopathen

Voller Motivation startete ich dann in den Alltag als stillende Mutter, doch die Euphorie hielt nicht lange an. Denn Jasper hatte nach wie vor große Probleme sich richtig anzudocken und ständig schlief er wieder ein beim trinken, sodass ich manchmal aus der Stillschleife gar nicht mehr raus zu kommen schien. Es zerrte so an meinen Nerven, dass teilweise die Milch ausblieb, weil ich mir innerlich so einen Druck und Stress machte doch voll stillen zu wollen. Zeitweise war es so extrem, dass ich gleichzeitig stillte, abpumpte und noch zufütterte. Wir probierten es mit Stillhütchen, denn die konnte er besser mit dem Mund umschließen.
Dank meiner tollen Hebamme suchten wir einen Osteopathen auf, zu dem sie schon häufiger Mamas geschickt hatte, deren Kinder trinkprobleme hatten. Nach der ersten Sitzung zeigte sich bereits eine große Verbesserung. Jasper konnte den Mund viel weiter öffnen und saugte fester. Mir fiel erneut eine riesen Last von den Schultern. Nach 7 Wochen konnte ich nun wirklich von mir behaupten, dass das Stillen super klappt und ich voll stille. Seit dem Besuch beim Osteopathen war Jaspers Trinkverhalten wie ausgewechselt und ich war so entspannt, dass die Milch nur noch so floss.

 

Richtige Hilfe ist unbezahlbar

Inzwischen kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen und genieße es total zu stillen. Es ist einfach etwas besonderes und sehr intimes zwischen meinem Kind und mir, was ich nicht mehr missen möchte. Denn die es ist für mich nicht nur füttern, sondern auch trösten, kuscheln, Zeit zu zweit, Einschlafhilfe, usw. Ich bin stolz darauf, dass ich so gekämpft und nicht mittendrin aufgegeben habe, denn ich war mehrmals kurz davor das Handtuch zu werfen. Ohne meinen Freund und meine Hebamme, hätte ich auch nicht so lange durchgehalten. Danke!

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